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Reisebericht: Kapverden – Sal 2011
Nach 6,5 Stunden Flug von Köln über Boa Vista landete die Boing 737 auf Sal.
Am Flughafen erwarb ich für 25,- EUR mein Touristenvisum und wurde in einem alten Mini-Bus ins Hotel Dunas gebracht.
Gleich am ersten Abend lernte ich deutsche Gäste kennen mit denen ich mich sogleich anfreundete.
Leider waren Michel, Jana und Erik keine Taucher, sondern Kitesurfer aus Hamburg.
Somit war ich am nächsten Morgen der einzige Taucher der pünktlich um 8:20 Uhr an der Hotel-Rezeption vom Cabo Verde Diving Team abgeholt wurde.
Meine Tauchtasche landete auf der Ladefläche des Pickups und Guido fuhr mich zur Tauchbasis.
Bei Sarah habe ich die notwendigen Formalitäten schnell erledigt und eine große blaue IKEA-Tasche erhalten, um meine Flossen, den Lungenautomaten, Maske, Kopfhaube und Jacket einzupacken. Die Boots und den Anzug zogen wir schon in der Tauchbasis an.
Sarah führte das Briefing in Italienisch und Guido in Englisch durch. Danach ging es ab auf die Ladefläche des Pickups und in 10 Minuten zum Pier. Dort wartete bereits das Boot auf uns. Der Kapitän, unser Diveguide, sowie Flaschen und Blei befanden sich bereits an Bord. Während der Fahrt zum Tauchspot bauten wir die Ausrüstung zusammen und erhielten vom brasilianischen Diveguide Gois letzte Instruktionen.
Danach ging es rücklings in den atlantischen Ozean. Der erste Tauchgang ging auf 25 Meter und dauerte 35 Minuten. Das Wasser war 23°C warm und die Sicht betrug ca. 10 Meter.
Auf der Bootsfahrt vom Spot „Pontinha“ zu „Farol“ begleiteten mindestens 20 Delfine unser Boot, die immer Mal wieder vor uns aus dem Wasser sprangen und uns ein erbittertes Wettrennen lieferten, welches sie eindeutig gewannen.
Nach einer kurzen Oberflächenpause von 1 Stunde ging es wieder runter in den atlantischen Ozean. Wir sahen viele Muränen, Feilenfische, Riffbarsche, Trompetenfische und sogar einen Butt. Auf- und Abstieg führte an der Ankerleine entlang.
Zurück am Pier wurden wir mit dem Pickup wieder zur Tauchbasis gebracht. Um 14:00 Uhr war ich bereits zurück im Hotel Dunas und hatte noch jede Menge Zeit, um den Rest des Tages zu genießen.
Windiges Wetter begrüßte mich am nächsten Morgen. Gois entschied sich 2 Drift-Dives durchzuführen. Es herrschte starker Wellengang und meine Seetauglichkeit wurde hart auf die Probe gestellt.
Unterwasser trug uns die Strömung vom Tauchplatz „Farol“ zu den „3 Caves“. Wieder sahen wir jede Menge Trompetenfische, Papageienfische, Schnecken, Muränen und Riffbarsche. Der zweite Drift-Tauchgang führte uns von „Ancora“ zu „Farol“. Die Strömung war hier nicht ganz so stark und das Fotografieren fiel leichter. Wir sahen wieder viele Nacktschnecken, Papageien- und Trompetenfische, einen Rochen und sogar unter einem Felsüberhang einen ruhenden Ammenhai.
Am Freitag steuerte Guido den Tauchplatz „Ponta Preta Funda“ an. Leider herrschte hier zu starke Strömung und wir entschieden uns am Kwarcit-Boris Wrack zu tauchen. Diese Entscheidung war nicht viel besser, denn auch hier herrschte eine starke Strömung. Gewaltsam zogen wir uns an der Bojenleine hinab. Unten auf 28 Metern angekommen war ich fix und fertig und hatte die Flasche bereits auf 150 bar ausgelutscht. Guido führte die Gruppe; Gois tauchte als Letzter. Wir versuchten links am Wrack vorbei zu tauchen, aber jeder Flossenschlag war eine Qual. Ich hatte das Gefühl nicht von der Stelle zu kommen und entschied mich den Tauchgang abzubrechen. Ich lies mich zu Gois abfallen und gab ihm das Zeichen, dass ich auftauchen würde.
Gois führte mich zur Bojenleine zurück und ich stieg alleine auf. Kurze Zeit später folgte mir auch mein englischer Buddy. Oben auf dem Boot hatten wir anschließend genügend Zeit und Platz unsere Flaschen gemütlich zu wechseln, bevor die anderen Taucher zurück kamen.
Den nächsten Tauchgang machten wir am Divespot „S. Antao“. Was für eine Wohltat für die stark beanspruchten Waden! Endlich mal keine Strömung und ein Tauchgang zum genießen. Wir umkreisten das in drei Teile zerfallene Wrack 4 Mal und sahen viele Riffbarsche, Drückerfische, Meerbarben, Papageienfische, einzelne große und einen Schwarm junger Igelfische.
Am nächsten Morgen fuhren wir erneut nach „Ponta Preta Funda“. Diesmal war die Strömung nicht so stark und Gois wagte den Abstieg mit uns. Zu Beginn des Tauchgangs kreuzten einige große Bernsteinmakrelen unseren Weg. Gois führte uns an Steilwänden in riesige Fischschwärme hinein. Teilweise konnten man in den Schwärmen versinken und sich selbst wie ein Fisch fühlen.
Der zweite Tauchgang an diesem Tage führte uns zum Tauchplatz „Champignon“. Dies war mein bester Tauchgang auf den Kapverden! Herrlicher weißer Sandboden, viele Doktor-, Drücker- und Trompetenfische und gegen Ende des Tauchgangs haben wir noch eine Schildkröte gesehen.
Zurück auf dem Boot entpuppte sich 1 Taucher als Biologe und wir verabredeten uns alle für den nächsten Tag, um im Nordosten der Insel Bullenhai zu beobachten.
Die Tour in den Nordosten der Insel führte durch eine Mischung aus Sand-, Fels- und Müllwüste. Oben am Strand angekommen sahen wir auch schon 3-4 Haie im Flachwasser patrouillieren.
Wir zogen uns die Boots an, bewaffneten uns mit Maske, Schnorchel und Kamera und stürmten ins Wasser. Leider blieben die Bullenhai auf Abstand, so dass wir sie beim Schnorcheln nicht sehen konnten.
Über Wasser kamen wir jedoch einigen Finnen auf 2-3 Metern nahe.
Das Wasser war angenehm warm, aber der Wind blies eiskalt. Nach 45 Minuten brachen wir die Expedition zu den Bullenhaien ab und gingen zum Auto zurück, um uns umzuziehen.
Fazit: Die Kapverden sind ein ideales Urlaubsziel für Taucher. Aufgrund der teilweise starken Strömung, aber nichts für Taucher die gerade ihren OWD gemacht haben oder nicht seetauglich sind.
©Holger Ucher Oktober 2011